Stimmen der Tour 2013

bergromantik

Beinahe sind es schon drei Wochen, die wir wieder daheim sind und mit jedem Tag kommen wir auch langsam wieder an. Die Zeit in den Bergen war für uns alle sehr intensiv, selten zuvor waren wir so „draußen“ aus Alltag, Verpflichtungen und Strukturen.

spinnenzauber

Bilder sind viele entstanden…ein paar wunderschöne gibt´s schonmal hier von Martin. Weitere werden folgen.

wilderFluss

Dazu passt wunderbar ein Text von Olli, der vor wenigen Tagen entstanden ist.

imkreise

„Vor gut 2 Wochen war ich Teil der geh-wachsen! Gruppe, welche von Österreich (Baad) aus, die Alpen über die Schweiz, nach Italien (Taufers) im Zeitraum vom 8.8.2013 zum 18.8.2013 überquerte. Die Trennung von der Gruppe und das Ende der Unternehmung stand bevor und ich sah mit einem lachenden und einen weinenden Auge zurück. Die Flut an Eindrücken und Gedanken war unbeschreiblich. Die Alpenüberquerung hatte mir unglaublich viel gebracht. Doch konnte ich nicht mit absoluter Wahrscheinlichkeit sagen was konkret. Es waren zu viele Dinge die mich beschäftigten.

Schmetterlingshand
Deswegen brauchte ich erstmal Zeit diese Dinge setzen zulassen.
Nun gut zwei Wochen später habe ich das erste Mal, seit wir die Grenze zu Italien überschritten, wieder einen lebendigen Traum durchwandelt. Ich hatte einen Traum bezüglich der Alpenüberquerung.

blickzurueck
Ich erlebte erneut den Aufbruch. Einen Aufstieg im unnachgiebigen Regen. Alle Anstrengung, wenn man täglich sechs bis elf Stunden wandert: Die Strapazen, von Blasen an den Füßen bis zur körperlichen und geistigen Erschöpfung, aber auch die Freuden wie die Dankbarkeit über ein bequemes Lager, über ein Essen, über Wärme und vor allem für die Menschen mit denen ich unterwegs war, die einem in so vielen Dingen die Augen öffneten und bereicherten. Erneut erlebte ich wie ich grasbewachsene Hügel im Tal durchmaß. An einem Fluss im Sonnenschein, an einem der vielen, wie willkürlich verteilten rießigen Findlingen und Steinen, rastete. Das pure, klare, reine Wasser meinen Körper und meinen Geist aufbaute und meinen Durst stillte. Ich sah erneut die Kiefer besäumten Wege im Nebel in große Höhen steigen und wusste, was ich vermisste: Die Natur. Die Wildnis. Die ganze Zeit über im Traum suchte ich meine Kamera. Ich schoss auch einige Bilder damit, doch nachdem der Akku aufgebraucht war und ich den letzten Abstieg meisterte, erschien die gewaltigste Kulisse, das wunderschönste Bild vor mir.

val
Ein einzelner Berg in einem Tal, davor ein kleines verträumtes Dorf, am Himmel Wolkenfetzen und Sterne, die durch das Eindringen der Strahlen der Morgensonne vom weißen Licht verschluckt wurden. Ich wusste, diesen Augenblick kann man mit keiner Kamera einfangen, dieses Gefühl würde sich nie durch bloße Betrachtung eines Fotos einstellen. Die wichtigste Erkenntnis die ich gewonnen habe ist, wenn man mit einem offenen, einem lebendigen, fühlenden, aufmerksamen Herz durch die Welt wandelt, so kann man am Augenblick gewinnen und ihn in sich aufnehmen. Denn Augenblick ist endlich. Ich bin in den zehn Tagen am Augenblick ge(h)wachsen.

Italia
Das war kein Reisebericht. Es war ein Teil meiner im Traum aufgearbeiteten Erinnerung. Auf dieser Alpenüberquerung habe ich so viel erlebt, dass sie 20 Seiten meines Tagebuches füllte, mir zehn Gedichte durch Inspirationen schenkte und Menschen denen ich mein Lebtag lang nicht vergesse.
Das, was ich erzählen kann von dem was ich erlebt habe, verhält sich so wie ein Kieselstein auf einem Geröllhang eines alpinen Riesen. Ich kann diese Unternehmung jedem empfehlen, der die Ausdauer und den Willen hat zu wachsen und dazu bereit ist sich im Falle der Notwendigkeit selbst zu bezwingen. Eine Alpenüberquerung muss man erlebt haben, um ihre Bedeutung und Wichtigkeit zu erfassen.“
Oliver Schwulst, Abiturient, 18 Jahre

abend

Danke.